Energiespartipps

Strom und Wasser sparen lohnt sich

Besonders sparsame Haushaltsgeräte 2005/06

Eine Verbraucherinformation

Kühl- und Gefriergeräte, Wasch- und Spülmaschinen sowie Waschtrockner und Wäschetrockner sind Anschaffungen für viele Jahre. Neben guter Leistung sollen sie vor allem zuverlässig sein und eine lange Lebesdauer haben.

Außerdem sollen sie sparsam sein. Ein niedriger Strom- oder Wasserverbrauch verursacht weniger Betriebskosten und entlastet die Umwelt. Bei vielen Geräten sind die Betriebskosten in ihrer Lebensdauer deutlich höher als ihr Kaufpreis. Besonders sparsame Geräte sparen deshalb im Laufe der Jahre wesentlich mehr an Strom- und Wasserkosten ein, als sie bei der Anschaffung teurer sind.

In Deutschland werden 2005 im Handel etwa 2000 verschiedene Kühl- und Gefriergeräte, 500 Waschmaschinen, 540 Spülmaschinen, 200 Wäschetrockner und 50 Waschtrockner angeboten. Darunter gibt es einige besonders sparsame Modelle, viele mit mittleren und auch noch eine gewisse Menge mit sehr hohem Strom- und Wasserverbrauch.

Die Verbrauchsunterschiede erscheinen oft als "Stellen hinter dem Komma". Man sollte sich aber nicht täuschen:

Bei Waschmaschinen verursacht ein um 20 Liter höherer Wasserverbrauch in 15 Jahren 234 € an Mehrkosten. Bei Kühl- und Gefriergeräten kosten 100 kWh jährlicher Mehrverbrauch in 15 Jahren 225 € zusätzliche Stromkosten zzgl. evtl. Preissteigeung . Der sparsamste Tischkühlschrank mit Sterne-Fach spart z.B. gegenüber dem am meisten Strom verbrauchenden Modell in 15 Jahren insgesamt rund 400 € an Stromkosten. Ein Mehrpreis beim Kauf von z.B. 200 € ist insofern eine sehr rentable Investition.

Energie-Effizienz  und "EURO-Label"

Verbraucher brauchen einfache Orientierungen, um den Strom- bzw. Wasserverbrauch von Haushaltsgeräten ohne kom-pliziertes Nachrechnen vergleichen zu können. Bei unterschiedlicher Bauart, Größe und Leistung ist dies aber selbst mit genauen Daten schwierig. Hilfreich scheint daher auf den ersten Blick das Euro-Label mit seiner simplen A - G Abstufung für Energieeffizienz. A-Geräte könnte man meinen, seien Außerordentlich energieeffizient, G-Geräte dagegen Grauenvoll verschwenderisch, und B-Geräte vermutlich immer noch weit Besser als der Durchschnitt. Leider täuscht dies oft, denn die A - G-Skala der vor über 10 Jahren von der EG-Kommission beschlossenen Energieverbrauchskennzeichnungs-verordnung ist bei vielen Bauarten völlig überholt. Sie führt oft mehr in die Irre, als zum Sparerfolg. Nur bei den Kühl- und Gefriergeräten ist die Anfang 2004 auf A+ und A++ erweiterte Skala noch teilweise hilfreich. Nebenstehende Tabelle zeigt, wie sich die lieferbaren Modelle der häufigsten Bauarten heute auf die Energieeffizienzklassen A++ bis G verteilen.

Bei Kühl- und Gefriergeräten spielt sich der interessante Markt nur zwischen A++ und A+ ab. Nur A oder B ist schon zweitklassig. Bei den Wasch- und Spülmaschinen sind fast alle Modelle A, und bei den Wäschetrocknern sind bis auf 5 positive A-Modelle und ein B-Modell sowie und vier negativeAusnahmen alle anderen C, egal ob Abluft- oder Kondenstrockner. Nur bei den Waschtrocknern teilt sich der Markt gleichmäßig zwischen B und C auf.

Bei Kühlgeräten, Wasch- und Spülmaschinen genügt es heute also nicht mehr, bei der Energieeffizienz auf das A zu schauen. Bei Kühlgeräten sollte es jedenfalls A+, möglichst aber A++ sein. Bei Wasch- und Spülmaschinen hilft das A dem Kunden fast gar nicht mehr. Hier kommt es immer mehr auf die schwieriger erkennbaren Sekundärtugenden wie Wäscheschonung, Langlebigkeit, Geräusch, spätere Serviceversorgung an.

Bei Waschmaschinen gibt es A bis G-Kennzeichnungen auch für die Waschwirkung und für die Schleuderwirkung bei maximaler Drehzahl. Diese Daten gelten nur für das Waschprogramm Baumwolle 60°C. Wie sparsam oder sauber daraus nicht erkennen. Ein Kriterium für die Spülwirkung, also dafür, wie gut das Waschmittel am Ende ausgespült wird, fehlt leider bisher.

Bei Wäschetrocknern gibt es das A bis G nur für Energieeffizienz. Sie gelten für das Trockenprogramm "Baumwolle schranktrocken" und für vor her mit 800 U/min geschleuderte Wäsche. Wer seine Wäsche vor dem Trocknen mit höherer Drehzahl schleudert, erreicht tatsächlich niedrigere Verbräuche. Bei Waschtrocknern (Waschmaschinen, die auch Trocknen) gibt es A bis G für die Energieeffizienz und die Waschwirkung. Die Werte gelten für den Gesamtprozeß Waschen und Trocknen im Waschprogramm "Baumwolle 60°C und beim Trockenprogramm "Baumwolle schranktrocken".

Bei Spülmaschinen gibt es A bis G -Werte außer für Energieeffizienz auch für die Reinigungs- und Trocknungswirkung. Anders als bei Waschmaschinen können sich hier die Hersteller das deklarierte Spülprogramm selbst aussuchen, müssen es aber angeben.

Kühlschränke ohne Sternefach

Tisch-/Unterbaugeräte

Standgeräte

Klimaklassen und Aufstellort

Auf den Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten wirken sich mehrere Faktoren aus: die Gerätetechnik, die Wärmedämmung des Gehäuses, die Effizenz des Kälteaggregats, die Umgebungswärme am Aufstellort und die Art der Nutzung. Je kühler der Aufstellort, desto geringer ist grundsätzlich der Stromverbrauch. Man sollte aber die Klimaklasse des Gerätes beachten. Geräte der Klimaklasse SN (subnormal) eignen sich für Umgebungstemperaturen von 10°C bis 32°C, also z.B. auch für Keller. Geräte der Klimaklasse N (normal) mögen Temperaturen von 16°C bis 32°C, das sind z.B. normale Küchen. Ist der Aufstellort noch wärmer, können Klimaklasse ST (subtropisch) mit Umgebungstemperaturen von +18°C bis +38°C oder Klimaklasse T (tropisch) +18°C bis 43°C sinnvoll sein. Bei zu kalten Umgebungstemperaturen kann das Geräte-Thermostat unkorrekt arbeiten. Bei zu hohen Umgebungstemperaturen nimmt der Stromverbrauch stark zu und kann evtl. die gewünschte Innentemperatur nicht eingehalten oder das Gerät überlastet werden. Aufstellplätze neben Herd, Spülmaschine, Heizung oder mit direkter Sonnenbestrahlung sind daher immer ungünstig.

Wichtig ist auch, dass viel Luft an die wärmetauschenden Flächen des Gerätes gelangen kann, die meist hinten, manchmal auch seitlich liegen. Dafür müssen ausreichend große Lüftungsöffnungen vorhanden und freigehalten werden.

Den nutzungsbedingten Stromverbrauch kann man dadurch gering halten, dass man die Türe möglichst selten öffnet, nicht unnötig offen stehen läßt und Speisen erst nach dem Abkühlen in das Gerät hineinstellt. Dadurch gelangt auch weniger feuchtwarme Raumluft bzw. Wasserdampf in das Gerät, so dass seltener abgetaut werden muss.

Besonders sparsame Kühlschränke ohne Sternefach

Einbaugeräte

Besonders sparsame Kühlschränke mit -Fach (-18°C)

Wieviel Sterne wofür?

Kühlfach , Kellerfach, Kaltlagerfach In Kühl- und Gefriergeräten gibt es sieben verschiedene Temperaturzonen, die sich für das Lagern oder Einfrieren unterschiedlicher Lebensmittel eignen. Das klassische Kühlfach hat +5°C Innentemperatur und hält Milchprodukte, Wurst und Käse einige Tage frisch. Das etwas wärmere "Kellerfach" hat +8°C bis +14°C und eignet sich besonders zur Lagerung von Obst und Gemüse sowie zur Getränkekühlung. Deutlich kälter ist das "Kaltlagerfach" oder "Frischefach" mit ca.

0°C, das zum vorübergehenden Lagern von Fleisch, Wurst, Pilzen und Waldfrüchten gedacht ist. Die Gewährleistung mehrerer Temperaturen in einem Gerät ist ein recht hoher technischer Aufwand. Solche Geräte haben daher meist höhere Stromverbräuche als reine Kühlschränke, Kühlschränke mit (***/*)-Fach oder als Kühl-Gefrier-Kombinationen. Ob sie für einen Haushalt vorteilhaft sind, hängt von den Lagermöglichkeiten und Einkaufsgewohnheiten ab.

Eis- und Sternefächer

Neben Kühl- und Sonderfächern gibt es Eis- und Sternefächer mit einem bis vier Sternen. Eisfächer sind oft nicht genau definiert. Sofern sie keine (*) Bezeichnung haben, sollte man davon ausgehen, dass sie im Bereich um 0° liegen, also weder zum Lagern noch zum Einfrieren von Tiefkühlkost geeignet sind. (*)-Fächer mit -6°C Innentemperatur und (**)-Fächer mit -12°C Innentemperatur eignen sich nur zum kurzfristigen Lagern von bereits gefrorener Tiefkühlkost vor dem Verbrauch im Zeitraum von einem bis wenigen Tagen. Frische Speisen einfrieren kann man in Ihnen nicht. Wer Gefriergut länger lagern will, benötigt mindestens ein (***)-Fach mit -18°C oder besser ein (*/***)-Fach mit ebenfalls -18°C. Der Unterschied zwischen (***)- und (*/***)-Fächern liegt in ihrem Gefriervermögen. Nur (*/***)-Fächer können frische Ware schnell genug abkühlen, so dass anderes schon gefrorenes Lagergut nicht zwischenzeitlich antaut und schlecht wird. Wer frische Ware einfrieren will, benötigt also ein (*/***)-Fach. Geräte mit (*/***)-Fach sind sogar meist sparsamer, als Geräte mit (**)- oder (***)-Fach.

Besonders sparsame Kühlschränke  mit (*/***)-Fach (-18°C)

Besonders sparsame Kühl-Gefrier-Kombinationen

Abtauen, No-Frost, oder Low-Frost

In Kühl- und Gefriergeräten bildet sich Eis, wenn feuchte Luft beim Öffnen einströmt oder feuchte Speisen eingelagert werden. Wenig Eis schadet nicht, aber viel Eis erhöht den Stromverbrauch. Dann muss abgetaut werden.

No-Frost-Geräte verhindern die Eisbildung durch permanenten Luftstrom mit einem kleinen Gebläse. Dies ist zwar komfortabel, benötigt aber für den Ventilator 10 bis 30 Prozent mehr Strom.

Low-Frost-Geräte oder Stop-Frost-Geräte verringern ohne zusätzlichen Stromverbrauch das Einsaugen vonAußenluft bzw. das Herausdrücken von Innenluft während der Temperaturwechsel. Den Feuchte-Eintrag beim Türöffnen können sie aber nicht verhindern. Dafür benötigt diese Technik keinen Strom. Die Häufigkeit des Abtauens kann man dadurch verringern, dass man stets zügig be- und entlädt und besser einmal etwas länger, als mehrfach kurz nacheinander die Tür öffnet. Besonders bei Gefrierschränken sollte man darauf achten, daß evtl Eis nicht die Türdichtungen erreicht. Sind diese wegen Eis undicht, vereist der Rest nämlich wesentlich schneller.

Verbraucher brauchen einfache Orientierungen, um den Strom- bzw. Wasserverbrauch von Haushaltsgeräten ohne kom- pliziertes Nachrechnen vergleichen zu können. Bei unterschiedlicher Bauart, Größe und Leistung ist dies aber selbst mit genauen Daten schwierig. Hilfreich scheint daher auf den ersten Blick das Euro-Label mit seiner simplen A - G Abstufung für Energieeffizienz. A-Geräte könnte man meinen, seien Außerordentlich energieeffizient, G-Geräte dagegen Grauenvoll verschwenderisch, und B-Geräte vermutlich immer noch weit Besser als der Durchschnitt. Leider täuscht dies oft, denn die A - G-Skala der vor über 10 Jahren von der EG-Kommission beschlossenen Energieverbrauchskennzeichnungs- verordnung ist bei vielen Bauarten völlig überholt. Sie führt oft mehr in die Irre, als zum Sparerfolg. Nur bei den Kühl- und Gefriergeräten ist die Anfang 2004 auf A+ und A++ erweiterte Skala noch teilweise hilfreich.